
Jede neue Saison bringt ihre eigenen Stücke, Schnitte und Farbpaletten mit sich, die die Silhouetten neu definieren. Die Modetrends dieser Saison sind nicht nur eine Liste von Kleidungsstücken, die man kaufen sollte: Sie spiegeln einen echten Wandel in der Herangehensweise wider, bei dem die kontrollierte Mischung die rohe Ansammlung ersetzt und tiefe Farben das systematische Schwarz ablösen.
Miximalismus: der Modetrend, der den rohen Maximalismus ersetzt
Haben Sie schon einmal diese Silhouetten bemerkt, die auf den ersten Blick überladen erscheinen, aber perfekt funktionieren? Dieses Prinzip hat einen Namen: Miximalismus. Die Idee ist einfach: Man behält den visuellen Reichtum des Maximalismus, kalibriert ihn aber.
Konkreter bedeutet das, verschiedene Texturen in einem Outfit zu mischen (Leinen und Leder, Strick und Satin), während eine Farbkonstanz gewahrt bleibt. Ein anschauliches Beispiel: ein plissierter Satinrock, der mit einem grob gestrickten Pullover und glatten Ledersneakern getragen wird. Drei Materialien, eine einzige Farbrichtung.
Dieser Trend ist in den Kreuzfahrt- und Vorherbstkollektionen entstanden und beeinflusst direkt die erschwingliche Ready-to-Wear. Der Unterschied zum klassischen Maximalismus liegt in einem Prinzip: Jedes hinzugefügte Element muss das Ganze verstärken, nicht überladen. Wenn Sie ein Stück entfernen und das Outfit an Interesse verliert, ist die Dosierung gut. Wenn es nichts verliert, war ein Element zu viel.
Um weitere Entschlüsselungen dieser Art zu erkunden, behandeln die Modeartikel auf La Petite Emma regelmäßig diese stilistischen Entwicklungen mit konkreten Ideen für Looks.

Bordeaux-Palette und Erdtöne: die Farben, die in dieser Saison Schwarz den Rang ablaufen
Schwarz bleibt ein Reflex. Aber seit mehreren aufeinanderfolgenden Saisons setzen sich Bordeaux-, Wein- und Erdtöne als echte Alternativen durch, nicht als vorübergehende Fantasien.
Warum diese Wahl? Weil Bordeaux die gleiche Tiefe wie Schwarz mit mehr Charakter bietet. Es strukturiert eine Silhouette, ohne sie völlig zu verdunkeln. In Kombination mit Beige, Camel oder Khaki entsteht ein kohärentes herbstliches Ensemble, das nicht von einem starken Stück abhängt, um zu existieren.
Die Annahme dieser Töne betrifft nicht nur Mäntel oder Accessoires. Man findet sie in Alltagsstücken:
- Eine farbige Jeans in einem ausgewaschenen Bordeaux, die als Basic anstelle von rohem Denim getragen wird
- Ein fließendes Kleid in Terrakotta, das ausreichend neutral ist, um vom Büro zu einem Abendessen zu wechseln
- Sneaker aus Wildleder in Tabak- oder Ziegel-Tönen, die die klassischen weißen Modelle ersetzen
Der gemeinsame Nenner: Diese Farben funktionieren mühelos miteinander. Sie können zwei Erdtöne kombinieren, ohne das Risiko eines Geschmacksfehlers, was bei leuchtenden Farben nicht der Fall ist.
Strukturierte Schnitte und lässiger Tailoring-Stil: der Stil, der die Saisons überbrückt
Der Tailoring-Stil taucht jedes Jahr in den Trendlisten auf. Was sich in dieser Saison ändert, ist die Art und Weise, wie er getragen wird. Man entfernt sich vom strengen, taillierten Blazer hin zu strukturierten, aber lässigen Schnitten.
Stellen Sie sich einen leicht oversized Leinenblazer vor, mit hochgekrempelten Ärmeln, getragen über einem schlichten T-Shirt mit einer weiten Jeans. Die Struktur kommt von der Schnittführung, nicht von der Steifheit des Stoffes. Dieser Gegensatz verleiht Stil, ohne den Eindruck zu erwecken, sich zu verkleiden.

Die Tailoring-Stücke, die man bevorzugen sollte
Nicht alle Tailoring-Stücke sind für den täglichen Gebrauch geeignet. Die Bundfaltenhose funktioniert beispielsweise besser als eine klassische Anzughose, weil sie vielfältigere Kombinationen zulässt (Sneaker, flache Sandalen, Stiefeletten).
- Der unstrukturierte Blazer aus natürlichen Materialien (Leinen, dicke Baumwolle) kann sowohl geschlossen als auch offen getragen werden
- Die weite Bundfaltenhose schafft Volumen unten, das ein enges Oberteil ausgleicht
- Die kurze, farbige Jacke bringt einen Hauch von Tailoring, ohne die sommerlichen Outfits zu beschweren
Ein guter Reflex: Wählen Sie strukturierte Stücke aus weichen Materialien. Der Kontrast zwischen dem klaren Schnitt und dem fließenden Fall verleiht diesen “stylisch ohne nachzudenken”-Look, den zu aufwendig gestaltete Looks niemals erreichen.
Kleid und lange Röcke: die voluminösen Formen annehmen, ohne darin zu ertrinken
Voluminöse Formen dominieren die Kollektionen in dieser Saison, insbesondere bei Kleidern und Röcken. Die Schwierigkeit besteht nicht darin, ein langes Kleid zu finden, sondern es zu tragen, ohne dass es die Person trägt.
Die zuverlässigste Regel: ein einziges voluminöses Stück pro Outfit. Wenn der Rock lang und fließend ist, bleibt das Oberteil körpernah. Wenn das Kleid weit ist, strukturiert man mit einem Gürtel oder einem Accessoire, das die Taille betont. Diese Regel funktioniert unabhängig von der Körperform.
Der plissierte Midirock beispielsweise schafft Bewegung, ohne statisches Volumen hinzuzufügen. Getragen mit einem eingesteckten Top und flachen Sandalen verlängert er die Silhouette. Getragen mit einem oversized Pullover und Sneakers schafft er ein Ungleichgewicht, das den Look beschwert.
Materialien, die für lange Stücke bevorzugt werden sollten
Die Wahl des Stoffes ist ebenso wichtig wie der Schnitt. Ein langes Kleid aus Viskose fällt gut und folgt der Bewegung des Körpers. Der gleiche Schnitt aus steifem Polyester erzeugt unschöne Falten und eine blockartige Silhouette. Für Röcke bieten Crêpe und leichter Baumwollstoff einen natürlichen Fall, der Bewegung ohne Steifheit verleiht.
Modelle aus feinem Strick funktionieren auch sehr gut in der Übergangszeit: Sie schmiegen sich an die Silhouette und bleiben gleichzeitig bequem. Das Ziel bleibt dasselbe, unabhängig vom Stück: Das Kleidungsstück begleitet den Körper, anstatt ihn zu verbergen.
Der rote Faden dieser Saison lässt sich in einer Idee zusammenfassen: Stil entsteht nicht mehr aus spektakulären, isolierten Stücken, sondern aus der Kohärenz zwischen Materialien, Proportionen und Farben. Ein Look, der aus drei gut gewählten Teilen besteht, wird immer mehr Stil haben als eine Ansammlung von Trends, die ohne Zusammenhang getragen werden.